Josef Fischler 1954 - 1990

„Kraft zur Stille  –  Mut zum Handeln“  „Einsatz für eine gerechte Welt“
 
Josef Fischler wurde am 26. Oktober 1954 in Wörgl geboren als Sohn der Theresia Fischler (+2012) vom Watscherhof in Strass. Nach der Volkschule Strass besuchte er die Handelsschule Schwaz und begann anschließend seine berufliche Laufbahn als Büroangestellter bei der Molkerei und Käserei Hirschhuber in Schlitters. In dieser Zeit absolvierte er den Militärdienst in St.Johann.
 
Bald schon engagierte sich Josef als Pfarrgemeinderat und als pfarrlicher Jungscharleiter in der Jugendarbeit und wurde bekannt für sein Engagement für die Jugendlichen und für seinen Einsatz zur Bewahrung der Schöpfung. In weiterer Folge war er Jugendleiter im Dekanat Schwaz und Jungscharleiter der Diözese Innsbruck – später in der Bundesleitung der kath. Jungschar Österreichs. Josef organisierte Jungscharfeste („30 Jahre Jungschar Brettfallseite“), Jungscharlager für die Ministranten, Kinder und Jugendliche von Strass und des Dekanates (z. B. nach Barwies, Gschnitz, Nassereith, Heiterwang).
 
Mit Diskussions- und Filmabenden leistete er eine Beitrag zur Horizonterweiterung und zur verstärkten solidarischen Bildung. Mit den Sternsingern Strass war er als Jungschar- und Ministrantenleiter unterwegs. Josef war 1980 Mitbegründer des Jugendraums in Strass, der zu einem beliebten Jugendtreffpunkt wurde (anfangs im Haus der Anna und des Anderl Eberharter).
 
Er plante spirituelle Fahrten nach Taize, Rom und Assisi, Bergwanderungen zu Gipfelmessen (z.B. Gedrechter) und Sportfeste. Neben Schitagen auf Neuhüttn (Alm des Watscherbauern) wurden von ihm auch einige Rodel- und Schirennen organisiert. Zudem war Josef politisch aktiv in der Gemeinde Strass: kritischer Gemeinderat (1980 -1985), Obmann der Jungbauern (1975-1981), Mitglied der Schützenkompanie.
 
In der Jugendarbeit und bei der Jungschar kam Josef mit Menschen aus der sog. „3. Welt“ in Kontakt. Die Armut und Misere dieser Völker ließen ihn nicht mehr los. Er vertiefte sich in Bibelarbeit (zwei Monate Bibelkurs in Israel) und in der Befreiungstheologie. Nach einer Ausbildung beim Österreichischen Entwicklungsdienst (ÖED) in Wien ging er im Jahre 1985 als Entwicklungshelfer nach Quito in Ecuador. Dort lebte er im Haus des ÖED am Rande der Stadt in einem Armenviertel (Las Casas).
 
In Ecuador wurde Josef immer wieder von Strasser Jugendlichen (speziell im Jahr 1989) besucht. Zuerst blieb er für 3 Jahre in Quito und arbeitete in einem Arbeitsprojekt in einem Favela mit Kindern und Jugendlichen, anschließend verpflichtete er sich weitere zwei Jahre für diesen entwicklungspolitischen Einsatz.
 
Nach Beendigung dieser Zeit erholte sich Josef am Pazifik an der ecuadorianischen Küste. Dort fand er beim Versuch einen im Pazifik ertrinkenden Freund zu retten in der Nähe der Stadt Guayaquil selbst den Tod. Er starb am 14. August 1990 im Alter von fast 36 Jahren.
 
Die Beerdigung in Anwesenheit von Bischof Stecher, zahlreicher Priester und einer sehr großen Freundes- und Trauergemeinde fand nach der Überführung seines Leichnams am 22. 8. 1990 in Strass statt. Die Musik dabei spielte die peruanischen Musikgruppe „Sayari Llaqhta“. Nach seinem Tod gab es medialen Nachruf in vielen Printmedien und beim ORF.
 
Helmut Ringler - Chronist der Gemeinde Strass im Gedenkjahr 2009
(bearbeitet und gekürzt von Bernhard Teißl-Mederer 2012)
 

 

Typisches und Besonderheiten von „Jol" Josef Fischler

(aufgezeichnet von Helmut Ringler aus der "62-65er-Generation")
Äußerst sozial und nichtmateriell
Bergpredigt leben und andere gelten lassen
Meistens zu spät dran
Holzknospen und Toggln
Barfuß, kurze Hose und Jesusschlapper
Baden in Jut
Bei Halsweh auf Tuch urinieren und auflegen
Nacktschneckenessen bei Magenproblemen
Fußreflexzonenkurs und Anwendung
Radln bei jedem Wetter Wollsocken
Sternsinger Holiday on Ice
Christkindlsuachn
Jungscharstunde Stunde mit Konditionshocke
Mutproben im Wald wie Initiationsriten
Lager in Barwies – Milchfahrer aufgehalten und Palette Joghurt abgebettelt
Lager in Barwies – Altschneehöhle / Holzhammerpädagogik? Heute?
Milchkandl und Milchleibln
Fußballturniere in Innsbruck
Übernachten Gipfelmesse im Regen Astenau
Sonnenaufgangliebhaber
Großer Möseler nach Dorffest
Ausgeliehenes Bergmaterial in Ecuador
Wüstenfuchs VW Bus anmalen
Winter VW Bus Handbremsenkurve
Rekordversuch VW Bus wie viele passen hinein
Bibelkurs in Israel mit Lieblingsprophet Jesaja
Fußballspielen beim Watscher (mit Pepp, Götz Franz, Bruno und Co)
In Ecuador Dunkles Auto Scheiben einschlagen? – Kapitalisten
Ponchoträger in Ecuador
Assisifahrt
Zweimal nach Taize – bei der Heimfahrt Unfall in der CH (Pater Pius)
Kräuterteetrinken beim Scheiterer - Eisessen zum Hirschhuber
Laternenratscher beim Prantl
Jugendraum
Tanzkurs im Jugendraum (Walzer, Boarisch, Fox und Polka muass jeda kennan)
Laurentiatanz
Winter Rodeln Marteler und auch Rennen Ministranten
Nachtgebete auf der Rottenburg
Jungscharfeste (Rottenburg, Locherboden etc.)
Haus der Jugend bauen beim Jocheler
Mülltrennung Initiator (Holzanbau beim alten Gemeindehaus und Trennmöglichkeit)
Selbstbesteuerung - % vom Lohn den Bedürftigen (JS Aktion)
Antidrakenvolksbegehren in Graz
Trauzeuge von der Ilse Prantl und Tom Angerer
Göd von Mathias Fischler
MOTTO/allgemein und Ecuadorberggehen „iatz oder nia"